Pankreatitis – die Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Akute Pankreatitis

Jährlich werden bis zu 50 von 100.000 Europäern wegen einer akuten Pankreatitis stationär behandelt. Die chronische Form der Pankreatitis ist etwas seltener, steigt aber ebenfalls in den letzten Jahren an.

Die weitaus häufigsten Ursachen für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind Alkoholmissbrauch und Gallensteine.

 

Die Galle ist eine in der Leber gebildete Flüssigkeit, die zur Fettverdauung benötigt wird. Sie fließt im Hauptgallengang durch die Bauchspeicheldrüse und mündet gemeinsam mit dem Ausführungsgang des Pankreas in den Zwölffingerdarm.

Falls nun ein Gallenstein vor der Einmündung einklemmt, staut sich nicht nur die Galle, sondern auch das Sekret der Bauchspeicheldrüse zurück und führt zu einer schmerzhaften Entzündung. Die Behandlung besteht als erstes in einer Aufspaltung des Schließmuskels und der Entfernung des Steines um den Abfluss wieder zu ermöglichen.

Die schwerste Verlaufsform der Bauchspeicheldrüsenentzündung ist die nekrotisierende Pankreatitis bei der es zu einer Art Selbstverdauung des Organs kommt. Die extrem schmerzhafte Erkrankung produziert eine große Menge an abgestorbenem  Gewebe (= Nekrosen) im Bauch und verursacht schwerste Organfunktionsstörungen. Nach wochenlanger Behandlung an der Intensivstation sind oftmals extrem schwierige chirurgische Eingriffe nötig um diese Nekrosen auszuräumen und ein Abheilen zu erlauben.

Glücklicherweise verläuft die Akute Pankreatitis in den allermeisten Fällen deutlich milder und ist mit einigen Tagen an Nahrungskarenz und Infusion von Schmerzmitteln gut zu behandeln.

Das wichtigste um weitere Schübe der Entzündung oder das Entstehen einer chronischen Form zu verhindern ist allerdings, die Ursache zu beseitigen. Sollten Steine in der Gallenblase liegen ist diese unbedingt zu entfernen, bei einer alkoholbedingten Entzündung ist das Vermeiden von Alkohol unumgänglich.

Chronische Pankreatitis

Die chronische Verlaufsform der Bauchspeicheldrüsenentzündung ist hauptsächlich durch Schmerzen gekennzeichnet, die manchmal auch äußerst schwierig zu behandeln sind. Neueste Studien ergaben Hinweise, dass die althergebrachte Behandlung, nämlich die Operation, möglichst lange hinauszuzögern, möglicherweise nicht sinnvoll ist. In einer aktuellen wissenschaftlichen Arbeit zeigt sich, dass die rasch operierten Patienten zu einem wesentlich höheren Anteil schmerzfrei werden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse in jedem Fall äußerst komplex ist und in die Hände von Spezialisten gehört.

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