Halsschlagader - Carotis

Etwa jeder fünfte Schlaganfall wird durch eine Engstelle der Halsschlagader verursacht. Das Risiko für einen weiteren Schlaganfall läßt sich durch Beseitigung der Engstelle deutlich senken. Mehrere internationale Studien haben ergeben, daß die klassische Operation der Ballondehnung überlegen ist.

Symptomatische Stenose

Der Patient hat einen Schlaganfall oder eine Vorstufe davon erlitten

Asymptomatische Stenose

Zufällig oder bei gezielter Suche aufgefundene Engstelle ohne daß der Patient davon etwas bemerkt hätte.

Bei der Operation einer Engstelle der Halsschlagader handelt es sich immer um ein vorbeugendes Verfahren, das einen Schlaganfall verhindern soll. Die Operation selbst - wie auch eine radiologische Dehnung mit Stent - birgt ein gewisses Risiko, daß ein Schlaganfall auftritt. Sobald man allerdings die Operation gut überstanden hat (und das trifft für 98 von 100 Patienten zu), sinkt das jährliche Risiko für einen Schlaganfall deutlich ab.

Ich persönlich führe Operationen an der Halsschlagader vorzugsweise in örtlicher Betäubung durch. Nur am wachen Patienten ist die hundertprozentige Kontrolle über die ausreichende Durchblutung des Gehirns während der Operation gewährleistet.

Der Patient ist selbstverständlich in der Obhut eines Anästhesisten, auch die Überwachung von Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und anderer wichtiger "Vitalparameter" findet ganz so wie in Vollnarkose statt, nur eben mit dem einen Unterschied, daß man miteinander sprechen kann und der Patient in der gegenüberliegenden Hand ein Quietschpupperl hält. Sobald die Hirnhälfte, deren Schlagader gerade operiert wird zu wenig Blut und damit Sauerstoff bekommt, kann der Patient die Hand nicht mehr bewegen, und wir wissen, daß wir ein Kunststoffröhrchen als Umgehungskreislauf einlegen müssen. Zwei Minuten später kann die Hand wieder normal bewegt werden.

Zur Diskussion "Operation oder Stent" können Interessierte unter


http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa061752


gerne im Detail nachlesen. zusammenfassend kann gesagt werden, daß mehrere internationale Studien zum Ergebnis kommen, daß die klassische Carotisoperation bessere Ergebnisse (= weniger Schlaganfälle) bringt als das Stenting.


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